Logo_Radleressen
Alle Bilder sind verlinkt. Du findest eine OSM-Karte mit der Route, Infos zum Radleressen bei Ramona und Karl-Heinz am 12. September sowie zum Reifungsprozess der Mitfahrer.

Coronabedingt ein weiteres Jahr ohne Übernachtungen; fünf Erkundungen durchs fahrradfreundliche Münsterland

Gesamtstrecke:  420 Kilometer

Der Vorjahresmodus gilt für ein weiteres Jahr. Hotelübernachtungen und Bahnfahrten finden nicht bei allen Zustimmung. Deshalb bleiben wir wieder in der Region. Das Münsterland als Garant für eine Vielfalt an fahrradfreundlichen Wegen macht uns die Entscheidung leicht. Auch das Septemberwetter spielt mit. Wir treffen uns täglich morgens vor dem Hauptbahnhof.

1. Tag          

Mittwoch, 1. September

StreckeHBF – Rieselfelder – Emdetten – Hembergen – Greven – Gimbte – MS
Wetterkühl, bewölkt aber trocken
Tourdaten80 km             
Übernachtung
Morgentaubrunnen auf Emsdettens Marktplatz
Pause in Gimbte am Dorfladen

auf der Aussichtsplattform in den Rieselfelder

Abendessen im Mauritz Eck
Abendessen im Mauritz Eck

Am ersten Tag starten wir mit einer Nodrunde. Es geht durchs Kreuzviertel, den Wienburgpark und die Rieselfelder. Über den max-Klemens-Kanal geht es weiter bis Lintels Kotten, wo Karl, von Mesum kommend, zu uns stößt. Er führt uns nach Emsdetten. Dort auf dem Marktplatz im Café Extrablatt machen wir Mittagspause.

Auf dem Ems-Radweg, über Hembergen und Greven erreich wir schließlich Gimbte. Der dortige Dorfladen wartet dort mit Kaffee und Kuchen auf uns. Von Gimbte aus geht es weiter, vorbei am Bockholter See nach Gittrup. Vorbei an Gelmer entlang des Dortmund-Ems-Kanals kommen wir bis zur Schleuse in Münster. Vorher schauen wir uns noch auf der Aussichtsplattform in den Rieselfeldern die Wasserwelt von oben an. Von der Schleuse aus geht es auf kürzestem Weg zum Mauritzeck an der Warendorfer Straße. Hier essen wir zu Abend, bevor jeder für sich den Tag zuhause beschließt

2. Tag           
osm_logo
 
    
Donnerstag, 2. September
StreckeHBF – Senden – Nottuln – Schapdetten – Roxel – MS
Wettertraumhafte 21 Grad
Tourdaten80 km
Übernachtung
Pause in Senden in der Eiszeit am Marktplatz

Da unser heutiges Ziel, das Café Blumenkränzchen in Nottuln, erst um 14 Uhr öffnet, treffen wir uns heute erst um 10 Uhr vor dem Hauptbahnhof. Jürgen übernimmt es, uns aus der Stadt herauszuführen. Auf bisher nie gefahrenen Wegen geht es durch das Geistviertel, Berg Fidel und Vennheide nach Hiltrup. Auch Hiltrup durchqueren wir sehr grün und verkehrsfern. Wir erreichen den DEK in Höhe der Kanalinsel, queren ihn über die Amelsbürener Straße und kommen entlang des Emmerbach nach Amelsbüren. Auch hier noch kennt Jürgen geheime Pfade entlang des Dorfrandes. Die werden Günter fast zum Verhängnis. Er stürzt ins Grün, weil seine Vorfahrer plötzlich bremsen. Mann und Rad bleiben heile. Weiter geht es durch die Venne nach Senden. Hier eine geeignete Lokalität für eine Pause zu finden, bedarf einiger Abstimmungsrunden. Schließlich landen wir in der Eiszeit, einem italienischen Eiscafé, am Marktplatz. Vor der Weiterfahrt treffen wir noch unseren alten Chef nebst Gattin auf ein Pläuschchen.

Karthauser Klosterkirche St. Jakob
an der Karthauser Kirche

Wir finden den gut ausgebauten Radweg entlang der Stever. Er begleitet uns bis Appelhülsen. Weil es noch recht früh ist, entschließen wir uns zu einem Umweg über Buldern nach Karthaus mit Kirchenbesichtigung. Der Flecken geht zurück auf eine Gründung der Kartäuser, der Kartause Marienburg, im 15. Jahrhundert zurück. Bei der Kirche St. Jakobus handelt es sich um die ehemalige Klosterkirche. Bekannt ist der Ort durch das Anna-Katharinen-Stift, einer katholischen Reha-Einrichtung für Erwachsene mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen. Die dortigen Werkstätten bieten mehr als 500 Menschen mit Behinderung eine geregelte Arbeit. Auf kürzestem Wege geht es von hier nach Nottuln. Im Café Blumenkränzchen finden wir ein lauschiges Plätzchen und wir genießen die wirklich außergewöhnlich leckeren Kuchen und die ganz besondere Atmosphäre dieser Gartenanlage.

Für die Rückfahrt wählen wir eine nördliche Route. Über Schapdetten und Tilbeck erreichen wir Münster. Roxel umfahren wir nördlich. Über Gievenbeck geht es dann ins Kreuzviertel. An der Kreuzkirche im Ristorante La Taverna sind wir schon gegen 17 Uhr. Jeder findet seine passende Pizza. Es ist ein schöner Tagesausklang in Münsters beliebtestem Stadtviertel.

abends in der Taverna im Kreuzviertel

3. Tag       
osm_logo
 
 
Freitag, 3. September
StreckeHBF – Mecklenbeck – Amelsbüren – Davensberg – Norddkirchen – Kapelle – Werl –  Rinkerode – Hohe Waardt – MS Hafen
Wetternahezu wolkenlos, wenig Wind, 22 Grad
Tourdaten88 km
Übernachtung
in Davensberg an der Deipen Wiese

Zehn Uhr als Startzeitpunkt wollen wir beibehalten. Heute soll es nach Nordkirchen gehen. Über die Promenade, die Anetteallee, vorbei am Aasee errreichen wir Mecklenbeck. Wir passieren die noch nicht fertige neue Trassenführung der Heroldstraße, auf der künftig nach 40jähriger Planungszeit die Bahnlinie unterfahren werden kann. Durch die Grafschaft geht es nach Amelsbüren. Wir durchqueren den Ort und verlassen ihn über die Davertstraße in Richtung Davensberg. Hinter dem dortigen Bahnhof liegt die Deipen Wiese, die vom Emmerbach durchflossen wird. Dieses Überschwemmungsgebiet hat die Gemeinde naturnah neu gestaltet.

Nordkirchener Schloss

In Nordkirchen wollen wir im Schlosscafé rasten. Das herrliche Wetter lockt aber viele Besucher dahin. Es ist unmöglich, einen freien Tisch zu ergattern. Auch am Plettenberger Hof haben wir kein Glück. Der Gasthof öffnet est ab 17 Uhr. So landen wir bei der Bäckerei Geiping. Mittlerweile ist es ordentlich warm geworden. Gestärkt verlassen wir Nordkirchen wieder vorbei am Schloss in südlicher Richtung.

Genesungsgruß an Margot

Wir passieren Südkirchen und durchfahren Capelle. Hier muss uns Peter verlassen. Seine Margot hat sich gemeldet, dass sie sich durch eine Sturz den Arm gebrochen hat und schon im Krankenhaus ist. Mit aller verfügbaren elektrischen Verstärkung macht sich Peter auf schnellstem Wege zu ihr nach Hause.

Wasserschloss Westerwinkel

Wir erreichen schon bald die Schlossanlage Westerwinkel. Hier sind wir schon in Herbern. Dass Schloss aus der Mitte des 17. Jahrhunderts gehört zu den frühesten Barockanlagen Westfalens. Es liegt auf zwei Inseln inmitten eines englischen Parks. Das heutige Erscheinungsbild ist seit 300 Jahren nahezu unverändert. Besitzer des Schlosses ist Graf von Merveldt, der zeitweise einen Teil des Schlosses bewohnt.

Das Gasthaus „Zum letzten Tee“ gehört zum Golfclub, der unmittelbar neben dem Schloss gelegen ist. Hier finden wir gerade noch einen Tisch für eine weitere Pause.

Der Rest des Weges führt durch Bauernschaften, an Drensteinfurt vorbei nach Rinkerode. Ab hier geht es an der Bahn entlang und durch die Hohe Waardt zum DEK. Den Tag beschließen wir im Wolters an Münsters Stadthafen.

Heidefläche am Steiner See

4. Tag                
Samstag, 4. September
StreckeHBF – Häger – Altenberge – Holthausen – Darfeld – Billerbeck – Havixbeck – Roxel – MS
Wetternach bedecktem Start ab Mittags volle Sonne
Tourdaten84 km
Übernachtung
Skulpturengruppe an der Gasselstiege
Skulpturengruppe an der Gasselstiege
auf dem Zahnarztstuhl

Heute am Samstag bröckelt die Teilnahmebereitschaft. Christian, Karl und Peter melden sich wegen dringender privater Termine ab. Eine Tagesetappe zu viert hat es noch nie gegeben. Trotz der kleinen Besetzung: Die Stimmung ist gut und das Wetter perfekt. Die Gasselstiege führt uns heraus aus der Stadt. Jürgen zeigt uns hier die Hinterlassenschaften eines Kettensägenfans. Keine große Kunst aber doch eindrucksvoll.

alte Ulme zwischen Altenberge und Holthausen
alte Ulme zwischen Altenberge und Holthausen

Über Häger geht es weiter nach Altenberge mit einer kurzen Rast am Kirchplatz. Nächstes Ziel ist Holthausen. Auf dem Weg dahin kurz vor der Überquerung der Steinfurter Aa halten wir an einer sehr alten knorrigen Ulme. Das imposante Naturdenkmal ist innen völlig augehöhlt, zeigt aber mit seinem dichten grünen Dach noch immer einen starken Lebenswillen.

Poaters Pättken
restaurierte alte Mühle des ehemaligen Klosters Kleinburlo

Wir fahren nicht auf direktem Weg nach Darfeld, sondern machen noch einen nördlichen Abstecher durch das Naturschutzgebiet „Wald bei Haus Burlo„. Auf einem rechts und links abfallenden Knüppeldamm durchqueren wir den Wald mit dem etwas merkwürdigen Namen. Am westlichen Rand des Gebietes bewundern wir noch eine alte gut restaurierte Mühle, bevor wir uns nach Darfeld aufmachen.

Erst nachträglich wird uns klar, welch geschichtsträchtiges Terrain wir erfahren haben. Der Name des Naturschutzgebietes rührt daher, dass hier mal das Kloster Kleinburlo gelegen war. Die bewunderte alte Mühle ist einer der wenigen baulichen Reste dieser Klosteranlage. Der jahrhundertealte Knüppeldamm durch den Wald diente den Klosterinsassen als Fußweg nach Darfeld. Er wird noch heute Poaters Pättken genannt. Das im 14. Jahrhundert gegründete Kloster war eine Filiale des Klosters Mariengarden in Großburlo, einem Ort, der für Karl-Heinz sechs Jahre Internat mit katholischer Gehirnwäsche bedeutete.

Schloss Darfeld
Schloss Darfeld

Weiter geht es nach Darfeld mit einem Abstecher zum Wasserschloss Darfeld, dem privaten Wohnsitz der Familie Droste zu Vischering. In Billerbeck im Café am Dom ist Mittagspause. Dazu gehört auch ein Besuch des Dominneren.

an der Berkelquelle bei Billerbeck
Burg Hülshoff

Wir sind jetzt deutlich auf dem Rückweg nach Münster. Südlich von Billerbeck schauen wir uns die aufwändig renaturierte Berkelquelle an. Lustig sind die vielen Enten, die es schaffen, sich gründelnd durch heftige Fußbewegungen auch noch vorwärts zu bewegen. Das hat in der Form noch keiner gesehen.

Hinter dem Longinusturm genießen wir die langgezogene Abfahrt hinunter nach Havixbeck. Von dort geht es auf herrlichen Wegen zur Burg Hülshoff, die sich gerade als Kultureinrichtung des Landes etabliert. Wir geraten in das Literatur-Festival Westopia, dass sich der mehrsprachigen Literatur der Zukunft widmet. Die Besucherzahl hält sich in Grenzen.

Über Roxel erreichen wir Münster. Am Stadtrand entlang geht es zum Aasee und an ihm entlang über die Adenauerallee bis zur Weseler Straße. Den Biergarten Spatzl (vormals Kruse Baimken) hören wir schon von weitem. Dem guten Wetter geschuldet ist er rappelvoll, einschließlich zweier lärmender JunggesellInnen-Abschiede. Trotzdem trauen wir uns. Die bayerisch-deftige Küche ist sogar erträglich und das Bier schmeckt hervorragend.

5. Tag             
Sonntag, 5. September
StreckeHBF – Handorf – Westbevern – Ostbevern – Schwege – Glandorf – Füchtorf – Warendorf – Einen – Telgte – MS 
 wieder traumhaftes Spätsommerwetter; am Nachmittag mit Rückenwind
Tourdaten90 km
Übernachtung
die Ems kurz vor dem Haus Langen
die Bever beim Haus Langen

Heute am letzten Tag fehlt Felix. Zu sechst machen wir uns auf die Ost-Tour nach Glandorf. Wir verlassen Münster über die Schillerstraße, dann am Kanal entlang bis zur Schleuse und vorbei am Tierheim durch den Boniburger Wald nach Handorf. Vorbei an der Lützow-Kaserne und dem Friedhof Lauheide und durch Westbevern kommen wir bis Ostbevern. Hier zwingt uns Peter ins Ortszentrum. Er braucht Kafffee und Gebäck. Karl-Heinz Navi rächt sich bei der Weiterfahrt mit Fehlinformationen. So haben wir einige Mühe, wieder auf den rechten Weg zu kommen.

Weiter geht es über Schwege nach Glandorf. Vor dem Ortseingang passieren wir riesige Helleborus-Felder. Die Gartenbaubetriebe Heuger produzieren hier auf 35 ha Millionen von Christrosen jährlich. In Glandorf ist Mittagspause in einer Bäckerei mit angeschlossenem Café.

Der Rückweg führt uns über Füchtorf. Wir besuchen hier die Doppelschlossanlage Harkotten, das Schlosss Harkotten von Korff und das Schloss Harkotten von Ketteler. Das Kettelersche Schloss wurde jahrelang vom verrückten Designer Colani genutzt, bevor es 1987 umfassend restauriert wurde und seitdem als Firmensitz der sieger design dient. Das Korffsche Schloss wird privat von der Familie von Korff zu Harkotten genutzt.

Kaffeepause in Einen im Heimathaus

Von Füchtorf geht es weiter nach Warendorf. Eigentlich wollten wir hier pausieren. Die Stadt ist uns aber viel zu überlaufen. So schenken wir uns die Rast. Die finden wir in Einen an der Kirche im Café des Heimatvereins. Von da geht es weiter nach Telgte. Heutiges Ziel soll die Pleistermühle an der Werse sein. Da ist jedoch ein derartiger Andrang, dass es kaum ein Durchkommen gibt. An ein Abendessen dort ist gar nicht zu denken.

Grill am Turm (GaT) an der Wolbecker Straße
Abendessen bei Christian - à la carte vom GaT

Die rettende Idee hat Christian. Er lädt uns auf kühle Biere auf seiner Terrrasse ein. Wir nehmen die Einladung gerne an. Günter gibt Pommes aus. Die holt er auch noch selbst vom Grill am Turm. Perfekt. Der Abend ist gerettet.

Die 38. Tour ist Geschichte. Auch ohne weite Anfahrten und Hotelübernachtungen hatten wir wieder viel Spass. Das Münsterland hat einiges zu bieten. Und in einer Woche treffen wir uns schon wieder beim Radleressen bei Karl-Heinz.